Msengeni B (Eswatini)

Msengeni in dem Königreich Eswatini (ehemals Swaziland) ist eine ländliche Gemeinde im Nord-Osten des Landes. Armut ist in den ländlichen Gebieten von Eswatini besonders ausgeprägt, da die Menschen nur von oft spärlichen Erträgen des landwirtschaftlichen Anbaus abhängig sind. Viele jüngere Männer sind in die Städte gegangen und können die Zurückgebliebenen nur wenig unterstützen. Die Verwendung von künstlichem Dünger ist zu teuer und risikoreich, da man nicht weiß, ob der notwendige Regen auch fällt, landwirtschaftliche Maschinen sind zu kostspielig, und oft fehlt es auch an einem ausgeprägten Wissen eines effektiven landwirtschaftlichen Anbaus.

In der Mesengeni Region gibt es schon seit vielen Jahren einen Care Point von Hands at Work, in dem 100 Kinder versorgt und betreut werden. Da jedoch die Not so groß ist, wurde ein zweiter Care Point aufgebaut, mit dem Namen ‚Mesengeni B‘. Der Kirchenkreis Winsen konnte mit Projektgeldern diesen Aufbau (z.B. Unterstand zum Kochen, Toiletten sowie Regenwassertank) seit Oktober 2017 fördern und finanziert jetzt die Versorgung und Betreuung der 75 Kinder dieses Care Points.

Anzahl unterstützer Kinder: 75

Anzahl Care Worker: 9

Entfernung vom nächsten Hands at Work Service Center: 10 km

Beginn der Arbeit: 2017

In Mesengeni B kommen 75 der am schlimmsten betroffenen verwaisten Kinder zu dem Care Point, um dort 5 Tage in der Woche eine warme Mahlzeit (oft die einzige am Tag) zu erhalten. Die Care Worker unterstützen die Kinder auch bei ihren schulischen Hausaufgaben und bei der medizinischen Grundversorgung. Die Kinder werden von Hands at Work zusammen mit lokalen Kräften ausgewählt. 2019 wurde die Zahl der unterstützen Kinder von 50 auf 75 erhöht. Die Care Worker, die aus der lokalen Gemeinde kommen und freiwillig ihre Zeit und Energie zur Verfügung stellen, unterstützen die Kinder und schaffen einen Ort, an dem die Kinder Sicherheit, Liebe und ein Gefühl des „Dazugehörens“ erfahren. Außerdem besuchen die Care Worker jede Familie mindestens einmal wöchentlich, um Kontakt zur Familien zu halten und die Situation der Kinder besser zu verstehen.


Die Geschichte von Nosibusiso

Nosibusiso* ist ein 17-jähriges Mädchen, das in der Gemeinde Msengeni lebt. Zurzeit geht sie in die fünfte Klasse der nahegelegenen Schule. Das Lernen fiel Nosibusiso schon immer schwer. Jedoch hält sie das nicht von ihrer Entschlossenheit hab, die Schule abzuschließen und eines Tages vielleicht sogar andere Kinder beim Lernen zu unterstützen.

Nosibusiso lebt mit ihren Großeltern und ihren 6-jährigen Cousins, einem Zwillingspaar, in einer runden Lehmhütte, auch „Rondavel“ genannt. Nosibusiso´s Großmutter baut Mais an und webt Grasmatten, während ihr Großvater Ziegelsteine aus dem lehmigen Boden herstellt, um sie zu verkaufen. Trotz der Rente, die sie vierteljährlich von der Regierung erhalten, ist es für die Großeltern schwierig, die Familie mit den grundlegenden Notwendigkeiten zu versorgen.

Als die Careworker in 2019 Nosibusiso kennenlernten, musste die Familie schon des Öfteren mehrere Tage ohne Essen auskommen.

Das Leben war für Nosibusiso bisher nicht leicht. Sie musste psychischen und auch physischen Missbrauch durch andere Mitglieder ihrer Familie und aus der Gemeinde ertragen und hat dadurch schon sehr gelitten. Das hat tiefe Wunden in ihrem Innersten verursacht, wodurch sie kaum Selbstwertgefühl besaß. Das Gefühl von Vertrauen und Sicherheit war ihr fast fremd.

Während Sthembile, eine Careworkerin von Msengeni B Carepoint, Nosibusiso und ihre Familie zuhause besuchte, erfuhr sie mehr über ihre Geschichte und ihr wurde klar, dass sie zu den Schwächsten dieser Gemeinde gehörten. Sthembile begann sie zweimal die Woche zu besuchen, um sicher zu stellen, dass sich jemand tatsächlich um sie kümmert, und um eine Beziehung zu den Großeltern aufzubauen. Die Kinder gingen fortan zum Carepoint, wo sie täglich eine warme Mahlzeit sowie Unterstützung in der Schule und eine medizinische Grundversorgung erhalten.

Für Nosibusiso ist der Carepoint ein sicherer Ort. Weil die Careworker Erwachsene sind, denen sie vertrauen kann und die nur das Beste für sie wollen, vertraute Nosibusiso ihnen ihre Vergangenheit an und erzählte von den traumatischen Ereignissen, die sie aushalten musste. Aus tiefem Mitgefühl suchten die Careworker mit ihr eine Klinik und organisierten sogar einige Termine bei einem psychologischen Berater.

So konnte für Nosibusiso ein Heilungsprozess von ihrer Vergangenheit beginnen, der Hoffnung auf eine positive Zukunft bringt.
*Name geändert


Bilder aus Msengeni B